Der schonende Umgang mit nur in begrenztem Mass zur Verfügung stehenden Ressourcen hat ökologische und ökonomische Bedeutung und steht für Ressourcenschonung, effiziente Ressourcennutzung und im Weiteren die Geringhaltung von nutzungsbedingten, negativen Umweltauswirkungen.
Konkrete Beispiele aus der Praxis sind unerwünschte, oft in grossen Mengen anfallende Nebenprodukte bei der Ressourcengewinnung, versteckte, kostenintensive Materialflüsse auf betrieblicher Ebene aber auch veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen. Betroffene Akteure werden dadurch veranlasst, bestehende Umweltstrategien neu zu überdenken. Für die Umsetzung steht dabei die Methode der Materialflussanalyse (MFA) zur Verfügung, wo über die gewöhnliche Materialbuchhaltung bzw. Materialflussrechnung hinaus Materialflüsse und Materiallager in ausgewählten, zeitlich und örtlich definierten Systemen prozessorientiert erfasst, dargestellt und optimiert werden. Materialflussanalysen können also für Untersuchungen von anthropogenen und natürlichen Systemen, aber auch zum Ressourcemanagement im betrieblichen Bereich verwendet werden. Überdies kommen bei der mengenindikatorbasierten Untersuchung der gesamten Materialbewegungen in und zwischen Nationen sogenannte Materialflussindikatoren (auch "Vorsorgeindikatoren") zum Einsatz.
In der modernen Informationsgesellschaft kommt neben Materialflussuntersuchungen Informationssystemen und Informationsflüssen eine immer wichtiger werdende Bedeutung zu. Das Augenmerk liegt hier auf der Informationsverarbeitung und Informationskoordination. Als Ergänzung und Erweiterung von Materialflussanalysen und Materialflussrechnungen sind Informationsflussanalysen und im speziellen eine Fusion dieser beiden Methoden zur Ausnutzung des offensichtlichen, gegenseitigen Kopplungspotenzials unerlässlich. Diese Untersuchung stellt ein
Forschungsschwerpunkt der Fachstelle dar.
Aktivitäten in den Bereichen Lehre, Forschung und Dienstleistungen
Lehre
- Lehrveranstaltungen (auch an anderen Hochschulen und Universitäten); Veröffentlichungen in (wissenschaftlichen) Zeitschriften, Vorträge auf (internationalen) Konferenzen
- Mitorganisation der Dozenten- und Studentenmobilität im Rahmen des ERASMUS-Programms; Organisation von Kontakten zu internationalen Forschungsinstitutionen als Basis für Kooperationen, Fachaustausch und gemeinsame Forschungsprojekte
Forschung
- Erweiterung der Methode der Materialflussanalyse um Informationsflussanalysen > Entwicklung, Erweiterung und Anwendung von Simulationsmodellen in Zusammenarbeit mit der Hochschule Luzern
- Anwendung dieser erweiterten Material- und Informationsflussanalyse: Logistik (Entsorgung, Transport), Personenflussanalysen, Geschäftsprozessmodellierung
- Untersuchung von Rückständen aus Abfallbehandlungsanlagen (Einsatz als Sekundärressourcen, Langzeitverhalten)
Dienstleistungen
- Anwendung der Methode der Materialflussanalyse: Fallbeispiele, Szenarien, Optimierungsstrategien: Beispiele: Personen- und Materiallogistik, Kreislauf- und Abfallwirtschaft, Gartenbau, regionaler Holzhaushalt
- Erfassen und Anwendung von mengenumsatzbasierten Ressourcennutzungsindikatoren ("Materialflussindikatoren") auf urbaner, regionaler und (inter)nationaler Ebene > Durchführen
entsprechender Materialflussrechnungen (z.B. Materialflussrechnung für einen Biosphärenpark)